Geprüfte Bibliothek

Märchenbibliothek

Veröffentlichte Volks- und Kunstmärchen mit nachvollziehbaren Quellen.

Sinn und Werte

Volksmärchen

Dat Erdmänneken

Et was mal en rik Künig west, de hadde drei Döchter had, de wören alle Dage in den Schlottgoren spazeren gaen, un de Künig, dat was so en Leivhawer von allerhand wackeren Bömen west: un einen, den hadde he so leiv had, dat he denjenigen, de…

Volksmärchen

Das Wasser des Lebens

Es war einmal ein König, der war krank, und niemand glaubte daß er mit dem Leben davon käme. Er hatte aber drei Söhne, die waren darüber betrübt, giengen hinunter in den Schloßgarten und weinten.

Volksmärchen

Das Waldhaus

Ein armer Holzhauer lebte mit seiner Frau und drei Töchtern in einer kleinen Hütte an dem Rande eines einsamen Waldes. Eines Morgens, als er wieder an seine Arbeit wollte, sagte er zu seiner Frau, „laß mir mein Mittagsbrot von dem ältesten…

Volksmärchen

Das Todtenhemdchen

Es hatte eine Mutter ein Büblein von sieben Jahren, das war so schön und lieblich, daß es niemand ansehen konnte ohne ihm gut zu sein, und sie hatte es auch lieber als alles auf der Welt.

Volksmärchen

Das tapfere Schneiderlein

An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Tisch am Fenster, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Da kam eine Bauersfrau die Straße herab und rief „gut Mus feil!

Volksmärchen

Das Räthsel

Es war einmal ein Königssohn, der bekam Lust in der Welt umher zu ziehen und nahm niemand mit als einen treuen Diener. Eines Tags gerieth er in einen großen Wald, und als der Abend kam, konnte er keine Herberge finden und wußte nicht wo er…

Volksmärchen

Das Märchen vom Schlauraffenland

In der Schlauraffenzeit da gieng ich, und sah an einem kleinen Seidenfaden hieng Rom und der Lateran, und ein fußloser Mann der überlief ein schnelles Pferd und ein bitterscharfes Schwert das durchhieb eine Brücke.

Volksmärchen

Das Meerhäschen

Es war einmal eine Königstochter, die hatte in ihrem Schloß hoch unter der Zinne einen Saal mit zwölf Fenstern, die giengen nach allen Himmelsgegenden, und wenn sie hinaufstieg und umher schaute, so konnte sie ihr ganzes Reich übersehen.

Volksmärchen

Das Lämmchen und Fischchen

Es war einmal ein Brüderchen und Schwesterchen, die hatten sich herzlich lieb. Ihre rechte Mutter war aber todt, und sie hatten eine Stiefmutter, die war ihnen nicht gut und that ihnen heimlich alles Leid an.

Volksmärchen

Das Lumpengesindel

Hähnchen sprach zum Hühnchen „jetzt ist die Zeit wo die Nüsse reif werden, da wollen wir zusammen auf den Berg gehen und uns einmal recht satt essen, ehe sie das Eichhorn alle wegholt.“ „Ja,“ antwortete das Hühnchen, „komm, wir wollen uns…

Volksmärchen

Das kluge Grethel

Es war eine Köchin, die hieß Grethel, die trug Schuhe mit rothen Absätzen, und wenn sie damit ausgieng, so drehte sie sich hin und her, war ganz fröhlich, und dachte „du bist doch ein schönes Mädel.“ Und wenn sie nach Haus kam, so trank sie…

Volksmärchen

Das Hirtenbüblein

Es war einmal ein Hirtenbübchen, das war wegen seiner weisen Antworten, die es auf alle Fragen gab, weit und breit berühmt. Der König des Landes hörte auch davon, glaubte es nicht und ließ das Bübchen kommen.

Volksmärchen

Das Hausgesinde

„Wo wust du henne?“ „Nah Walpe.“ „Ick nah Walpe, du nah Walpe; sam, sam, goh wie dann.“ „Häst du auck ’n Mann? wie hedd din Mann?“ „Cham.“ „Min Mann Cham, din Mann Cham: ick nah Walpe, du nah Walpe; sam, sam, goh wie dann.“ „Häst du auck ’n…

Volksmärchen

Das Eselein

Es lebte einmal ein König und eine Königin, die waren reich und hatten alles, was sie sich wünschten, nur keine Kinder. Darüber klagte sie Tag und Nacht und sprach „ich bin wie ein Acker, auf dem nichts wächst.“ Endlich erfüllte Gott ihre…

Volksmärchen

Das eigensinnige Kind

Es war einmal ein Kind eigensinnig und that nicht was seine Mutter haben wollte. Darum hatte der liebe Gott kein Wohlgefallen an ihm und ließ es krank werden, und kein Arzt konnte ihm helfen, und in kurzem lag es auf dem Todtenbettchen.

Volksmärchen

Das Dietmarsische Lügenmärchen

Ich will euch etwas erzählen. Ich sah zwei gebratene Hühner fliegen, flogen schnell und hatten die Bäuche gen Himmel gekehrt, die Rücken nach der Hölle, und ein Amboß und ein Mühlstein schwammen über den Rhein, fein langsam und leise, und…

Volksmärchen

Das Bürle im Himmel

S isch emol es arms fromms Bürle gstorbe, und chunt do vor d’ Himmelspforte. Zur gliche Zit isch au e riche riche Herr do gsi und het au i Himmel welle.

Volksmärchen

Das Bürle

Es war ein Dorf, darin saßen lauter reiche Bauern und nur ein armer, den nannten sie das Bürle (Bäuerlein). Er hatte nicht einmal eine Kuh und noch weniger Geld eine zu kaufen: und er und seine Frau hätten so gern eine gehabt.

Volksmärchen

Das blaue Licht

Es war einmal ein Soldat, der hatte dem König lange Jahre treu gedient: als aber der Krieg zu Ende war und der Soldat, der vielen Wunden wegen, die er empfangen hatte, nicht weiter dienen konnte, sprach der König zu ihm „du kannst heim…

Volksmärchen

Das alte Mütterchen

Es war in einer großen Stadt ein altes Mütterchen, das saß Abends allein in seiner Kammer: es dachte so darüber nach wie es erst den Mann, dann die beiden Kinder, nach und nach alle Verwandte, endlich auch heute noch den letzten Freund…

Volksmärchen

Brüderchen und Schwesterchen

Brüderchen nahm sein Schwesterchen an der Hand und sprach „seit die Mutter todt ist, haben wir keine gute Stunde mehr; die Stiefmutter schlägt uns alle Tage, und wenn wir zu ihr kommen, stößt sie uns mit den Füßen fort.