Volksmärchen

Bläschen, Strohhalm und Kohle

Eine kleine Blase, ein Strohhalm und eine Kohle unternehmen eine übermütige Reise, die aufgrund von Hochmut und mangelnder Vorsicht in einer Katastrophe endet.

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Bläschen, Strohhalm und Kohle

Bei der Großmutter, bei der alten Frau, lag ein Bläschen im Vorratsraum. Einmal öffnete die alte Frau ihren Vorratsraum – da sprang das Bläschen heraus. Es sprang heraus und begann zu prahlen: „Es gibt mir, dem Bläschen, hier keinen ebenbürtigen Helden, niemanden, mit dem ich, der Recke, meine Kraft messen könnte. Ich werde in ferne Länder ziehen, in die Stadt Jerusalem, um mit den Heiden Krieg zu führen." Das Bläschen sammelte sich tapfere Gefährten, ein Glühstückchen und ein Strohhalmschen, und sie zogen in unbekannte Lande: über die Schwelle – in den Flur, vom Flur – auf die Veranda. Und an jener Veranda sahen die Helden einen breiten See: ein ganzes Eimer voll Wasser hatte ein Mädchen verschüttet.

Sprach das Bläschen, der Recke: „Wirf dich hinüber, Strohhalmschen, von Ufer zu Ufer über den See; wir werden über dich hinweggehen." Das Strohhalmschen warf sich hinüber. Das Glühstückchen – es ist heiß – sprang voraus. Mitten im See wurde dem Glühstückchen vor Angst ganz wirbelig im Kopf, es blieb stehen... Da schrie das Strohhalmschen: „Himmelherrgott, wie heiß! Liebe Leute, ich brenne! Das Glühstückchen versengt mich!..." Es verbrannte und platschte samt dem Glühstückchen ins Wasser. Das Bläschen aber lachte und lachte, während es lachend von der Veranda fiel und an einem Stein zerschellte.

Wäre dieses Unglück nicht geschehen – die Heiden hätten die Stadt Jerusalem niemals gesehen!