Es geschah in einer Sommernacht auf dem Landgut.
In einem kleinen Zimmer stand auf dem Tisch am Fenster ein bauchiger Samowar und blickte zum Himmel, während er heiß sang:
Bemerkst du, Kännchen, dass der Mond Sich höchst verliebt im Samowar befindet?
Die Sache war die: Die Leute hatten vergessen, das Rohr des Samowars mit dem Löscher zu verschließen, und waren gegangen, wobei sie das Kännchen auf der Herdplatte ließen; im Samowar gab es viele Kohlen, aber wenig Wasser – also kochte er sich auf und prahlte vor allen mit dem Glanz seiner kupfernen Flanken.
Das Kännchen war alt, hatte einen Riss an der Seite und liebte es sehr, den Samowar zu necken. Auch es begann schon zu kochen; das gefiel ihm nicht – also hob es seine Schnauze empor und zischte dem Samowar zu, um ihn anzustacheln:
Der Mond schaut dich Von oben herab an, Wie auf einen Sonderling, – Da hast du's nun!
Der Samowar schnaubt Dampf und brummt:
Keineswegs. Wir sind mit ihr Nachbarn. Sogar etwas verwandt: Beide sind wir aus Kupfer gemacht, Doch sie ist matter als ich, Diese rothaarige Mondin dort, – Schau nur, welche Flecken sie hat!
Ach, was bist du doch ein Prahlhans, Sogar zuzuhören ist unangenehm!
– zischte das Kännchen und ließ ebenfalls heißen Dampf aus seiner Schnauze. Dieses kleine Kännchen liebte es wahrhaftig sehr, zu prahlen; es hielt sich für klug und schön, und es wünschte sich schon lange, dass man den Mond vom Himmel nähme und aus ihm ein Tablett für es machte. Hochmütig schnaubend, tat es so, als hätte es nicht gehört, was das Kännchen gesagt hatte, – und singt einfach weiter aus vollem Hals:
Puh, wie heiß ich bin! Puh, wie mächtig ich bin! Wenn ich will, springe ich wie ein Ball Zum Mond hinauf, über die Wolken!
Und das Kännchen zischt sein Lied:
Geprüfter Text