Das ist lange her, sehr lange. Einmal kamen abends zwei Wanderer zum Schmied, und der Schmied nahm sie gastfreundlich bei sich zur Nacht auf. Gerade zu dieser Zeit kam ein Bettler, alt und gebrechlich, ins Haus des Schmieds und bat ihn um Almosen.
Einer der Wanderer empfand Mitleid mit ihm und sagte zum anderen: „Du vermagst alles, so erleichtere diesem Armen sein Los, gib ihm die Möglichkeit, sein tägliches Brot zu verdienen."
Der andere Wanderer wandte sich sehr gutherzig an den Schmied und sprach: „Gib mir deine Zange und lege Kohlen in die Esse, damit ich diesen alten und gebrechlichen Menschen verjüngen kann."
Der Schmied richtete sogleich alles her, der jüngere Wanderer begann mit dem Blasebalg zu arbeiten, und als die Kohlen aufflammten, nahm der ältere Wanderer den Bettler, legte ihn in die Zange und stieß ihn mitten in die Glut, sodass er darin bald rotglühend wurde, wie eine purpurrote Rose.
Dann wurde er aus der Glut geholt und in einen Bottich mit Wasser getaucht, sodass das Wasser zischte; und als er dort abgekühlt war und aus dem Bottich gehoben wurde, erhob er sich auf die Beine – gerade, gesund, verjüngt, wie ein zwanzigjähriger Jüngling.
Der Schmied hatte dies alles aufmerksam beobachtet und lud daraufhin alle zum Abendessen ein.
Nun hatte der Schmied eine alte, kurzsichtige und bucklige Schwiegermutter; diese setzte sich zu dem Jüngling und fragte ihn aus, ob das Feuer ihn sehr gebrannt habe. „Nie habe ich mich besser gefühlt", antwortete jener, „ich saß dort in der Glut wie in kühler Luft."
Diese Worte des Jünglings drangen der Alten ins Herz und ließen sie die ganze Nacht nicht ruhen.
Und als beide Wanderer am Morgen fortzogen, nachdem sie dem Schmied für die Nachtherberge gedankt hatten, kam diesem der Gedanke, dass auch er seine alte Schwiegermutter verjüngen könne; er hatte ja alles so genau beobachtet und vertraute zudem auf sein Handwerk.
Er rief sie und fragte, ob auch sie als achtzehnjähriges Mädchen aus seiner Esse hervorgehen wolle.
Sie antwortete: „Ob ich das wohl wollte!" Denn der Jüngling hatte ihr erzählt, wie gut es ihm in der Glut ergangen war.
Also schürte der Schmied ein großes Feuer in der Esse und stieß die Alte hinein, die nun zu schlagen und aus Leibeskräften zu schreien begann. „Bleib sitzen, Alte! Warum schreist und zappelst du so? Jetzt erst gebe ich dir richtig Hitze!"
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